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Polypropylen-Netz überbrückt Schwachstellen in der Bauchwand

CvBK erringt zum zweiten Mal das Zertifikat „Kompetenzzentrum Hernienchirurgie“.

Deutschlandweit erkranken rund 275.000 Menschen jährlich an einem Leistenbruch und knapp 100.000 Menschen an Bauchwandbrüchen. Diese entwickeln sich oft langsam über Wochen und Monate. Die Behandlung erfolgt immer chirurgisch, also operativ.

Am Carl-von-Basedow-Klinikum (CvBK) werden 250 bis 300 Hernien pro Jahr operativ versorgt. In der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie (AVC) in Merseburg, die neben dem Bereich der allgemeinen Chirurgie auch die spezielle Bauchchirurgie umfasst, zählen Eingeweidebrüche (Hernien) zu den häufigsten Eingriffen. Auch in der Klinik für Chirurgie Querfurt werden fast täglich Hernien operiert. Der Chefarzt der beiden Kliniken, Dr. med. Tawfik Mosa, erklärt das so: „Die Notwendigkeit einer Operation ergibt sich aus den Beschwerden der Patienten und der Gefahr der Einklemmung.“ Besonders wichtig ist ihm zu betonen: „Ein Bruch sollte immer rechtzeitig operiert werden, da sich sonst schlimmstenfalls eine Notfallsituation entwickeln kann und dann ist die Operation um ein Vielfaches komplizierter.“

Im CvBK sind sämtliche Operationstechniken möglich; minimalinvasiv – die sogenannte Knopfloch-Chirurgie – oder offen chirurgisch. Die Bruchlücke wird fast ausschließlich mit einem speziellen Polypropylen-Netz spannungsfrei geschlossen. „Dadurch sind die operierten Brüche sehr stabil und schnell belastbar. Das hauchdünne Netz hat eine etwas raue Oberfläche, so dass es mit der Zeit in die Körperstruktur eingebaut wird“, beschreibt Chefarzt Mosa.

„Es ist heute Standard, Patienten mit Leistenhernien ambulant oder kurzstationär zu behandeln. Der Operateur hat dadurch keine Kontrolle über den Heilungsverlauf“, erklärt er. „Deshalb haben wir uns bereits seit 2013 für die Teilnahme an einer wissenschaftlichen Studie entschieden. Teil dieser kontinuierlichen Qualitätssicherung ist die Nachsorge mit geplanten Nachuntersuchungen jeweils ein, fünf und zehn Jahre nach der Operation. Seit kurzem werden die in Querfurt operierten Patienten in die Qualitätssicherungsstudie Herniamed in Berlin eingeschlossen.

Seit 2017 ist die Klinik für AVC als „Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie“ zertifiziert. In diesem Jahr haben sich die Merseburger einer weiteren Überprüfung gestellt und erneut das Zertifikat erhalten, welches nun bis zum 31.12.2023 gültig ist. „Zukünftig soll sich die Zertifizierung auch auf Querfurt ausdehnen“, erklärt Chefarzt Mosa.

Kontakt:   Herniensprechstunde am CvBK avc@klinikum-saalekreis.de
– am Standort Merseburg: Freitag 8:00 Uhr – 14:30 Uhr – Telefon: 03461 27-3701
– am Standort Querfurt: Dienstag 11:00 Uhr – 13:00 Uhr – Telefon: 034771 71-301

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