Aufgeschlossen, pfiffig, liebenswert und unbeschwert so beschreiben die Mitarbeiterinnen der Kinderstation den elfjährigen Adriano, der seit Anfang Juli im CvBK in Merseburg behandelt wird.
Das ist nicht selbstverständlich, denn Adriano ist ohne seine Eltern in Deutschland und er ist sehr krank. Adriano lebt eigentlich in Angola. Nach einem Sturz vor zwei Jahren hat sich in seinem linken Oberarm eine Knochenentzündung gebildet, die in seiner Heimat bereits operiert wurde, aber nicht geheilt werden konnte.
Aus diesem Grund ist er über die Hilfsorganisation „Friedensdorf International“ nach Deutschland gekommen. Das Friedensdorf mit Sitz in Oberhausen im Ruhrgebiet koordiniert seit 1967 den Aufenthalt und die Behandlung von jährlich mehreren hundert Kindern, Opfern aus Kriegs- und Krisenregionen, in deutschen Krankenhäusern. Bereits im Mai ist Adriano mit vielen anderen Kindern im Friedensdorf angekommen.
Adriano ist das einundzwanzigste Kind aus dem Friedensdorf, welches im Basedow-Klinikum behandelt wird. Das CvBK beteiligt sich seit 1999 unentgeltlich an der Initiative, um die Bemühungen zu unterstützen und damit seinen Beitrag zur Linderung der Not in diesen Gebieten zu leisten.
„Die Ursache der chronischen Osteomyelitis kennen wir nicht“, erklärt Dr. med. Christan Meinel, Leitender Arzt der Unfallchirurgie am CvBK (im Foto 2. von rechts). „Uns liegen aktuelle Röntgenbilder sowie Röntgenbilder aus Angola vor.“ Eine MRT-Diagnostik ist zur Komplettierung durchgeführt worden. Darin zeigte sich das ganze Ausmaß der Entzündung, der Knochenschäden am Oberarm sowie eine Fistel am Ellenbogengelenk.
„Durch die radikale, ausgedehnte Ausräumung des erkrankten Gewebes und der Implantation von Knochenzement mit Antibiotikumzusatz erhoffen wir uns die Heilung der chronischen Osteomyelitis. Anschließend könnte der Knochen neu aufgebaut werden“, so der erfahrene Unfallchirurg.
Dr. Alexandra Voigt, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin (im Foto rechts), hat darüber hinaus noch andere Sorgen: „Bei Adriano haben wir eine MRSA-Besiedelung sowie weitere aggressive Keime festgestellt, obwohl er insgesamt in einem sehr guten Allgemeinzustand ist. Es wird dennoch Wochen dauern, das zu kurieren.“
Fürsorglich verteilt Stationsschwester Steffi Jendretzky (im Foto links) Schutzkleidung. „Zurzeit gilt ein strenges Hygieneregime“, erläutert sie. „Wir wollen ja, dass Adrianos gute Laune das einzige ist, von dem wir uns alle anstecken lassen.“
Es gibt aber auch noch eine andere Sache, auf die geachtet werden muss: „Beim Mau-Mau-Spiel versucht er gern zu schummeln“, schmunzelt Schwester Steffi.
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Daumen hoch für Adriano!